Der Name „A Rebours / Gegen den Strich“ bezieht sich auf den fin-de-siècle Roman von Joris Karl Huysmans und ist für die Künstlergemeinschaft Programm.
Erprobt wird die sagenhafte Gegenwart authentischer Kunst-Erfahrungen im poetischen Dialog. Damit wendet man sich, damals wie heute, gegen die jeweils aktuelle zeitgenössische Kunst.
„A Rebours / Gegen den Strich“ bedeutet mehr denn bloß gegen den Strom
anzumalen. Monde à rebours ist – um an die Begriffsbestimmung von Werner Hofmann
anzuknüpfen – als verkehrte Welt eben immer noch Welt. Deren historisch
gesättigte Atmosphäre enthält jenes magische Medium, in dem traumhafte
Identifikationsmuster entstehen, die ihre suggestive Kraft gerade aus dem
beziehen, was einmal die bewusste Mehrdeutigkeit der Dingchiffren genannt wurde.
(Dirk Hamann / Kunsthistoriker 1998)
Ohne konkrete Vorgabe oder eine direkte Idee beginnen die beiden Künstler ihre Arbeiten. Dabei kommen gerade in den Werken wie „Morphogenetisches Feld“ (1997) oder „Die Pforten der Wahrnehmung“ (1998) (Farb-)Strukturen zustande, die stark an Werke der psychedelischen Kunst erinnern.
Fast graphisch strukturierte Farblinien, die einem wie auch immer definierten
Ordnungsprinzip zu unterliegen scheinen, stehen neben zarten, zerfließenden
Farben und Formen, Gegensätze, die durch die gleichzeitige, gemeinsame Arbeit an
einem Bild bedingt und auch gewollt sind.
(Horst-Dieter Küsters / General-Anzeiger 3535 v. 6.11.98)
Carmen Benner und Bernhard Nauroth verstehen sich als eine Künstlergemeinschaft. Jeder der beiden produziert dabei nicht nur seine eigenen Bilder. Die Gemeinschaftsarbeiten entstehen in einem synchronen Malakt, wobei die unterschiedlichen Malweisen so miteinander verwoben sind, dass sich der Anteil des jeweiligen Künstlers nicht mehr eindeutig ermitteln lässt. Die gemeinsamen Arbeiten von Benner und Nauroth entstehen aus einem psychischen Automatismus heraus, bei dem sich die Künstler wechselseitig anregen. In einem permanenten Prozess verändern sich dabei die Strukturen immer wieder..
Solche Gemeinschaftsproduktionen sind innerhalb der heutigen Kunstszene unüblich, geht es doch den meisten Künstlern vor allem darum, sich als Individualisten zu profilieren…
Um das gemeinsame Werk richtig beurteilen zu können, sollte man sich zuvor allerdings die Mühe machen, auch die jeweils einzelnen Werkkomplexe zur Kenntnis zu nehmen. Hier fallen deutlich die Unterschiede auf:
Carmen Benner schafft weite Räume. Sie verlängert die Perspektive bis an den
Rand der Unendlichkeit. Anders Bernhard Nauroth, dessen Formenwelt weniger aus
der sichtbaren Wirklichkeit schöpft. Er baut auf flächigen Sedimentierungen auf
und auf Lasurtechniken. Dabei lässt er sich durchaus von den kuriosen
Erscheinungen in der Natur anregen, von Faltungen, Überlagerungen,
Architekturelementen und von merkwürdigen Mutationen.
(Helmut Orpel, ArtProfil 5/2003)
Kunst ist untrennbar mit Metaphysik verbunden. Der Maler taucht gewissermaßen als „Psychonaut“ in den Kosmos des Unterbewußten ein und darüber hinaus. Er setzt nach seinen ästhetischen Maßstäben, nach seinen eigenen Gesetzen um, was er „sah“.
Kunst ist letztendlich Magie.
(Benner / Nauroth)